siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Montag, 26. Juni 2017

Migrant*innen: Die CIE* und die Hotspots, die mit ihrem Dreck, der Kälte und der Entwürdigung an Lager erinnern

MeridioNews.it – Der erste Bericht des Staatsbeauftragten für die Rechte der Inhaftierten und der Freiheitsberaubten unterstreicht die lange Mängelliste, die den Aufenthalt der in Italien angekommenen ausländischen Mitbürger*innen kennzeichnet. Hier kommen strukturelle Probleme und Verfahrensweisen zusammen, die Fragen aufwerfen zum Einhalten der Regeln. 


Samstag, 24. Juni 2017

Besuch im CAS* „Mondonuovo*“ von Testa dell’Acqua (SR)

„Ich bin sehr glücklich in Italien angekommen zu sein, aber ich muss noch die Italiener*innen kennenlernen“, sagt uns J., der aus Bangladesch stammt und Anfang April im Hafen von Augusta angekommen ist. J. lebt seit 2 Monaten im CAS*, das von der Kooperative „Mondonuovo“ in Testa dell’Acqua geleitet wird. Testa dell’Acqua mit kaum mehr als 500 Einwohner*innen ist ein Ortsteil von Noto in der Provinz Syrakus. Der Ort liegt sowohl von Noto wie auch von Palazzolo Acreide 15 Km entfernt.
Das CAS Mondonuovo in Testa dell'Acqua (SR)

Donnerstag, 22. Juni 2017

Auf dem Rücken der Jüngsten

“Ich bin 16 Jahre alt, komme aus Ägypten und habe acht Jahre mit meiner Familie in Libyen verbracht; es lief alles gut, bis ihr angefangen habt, alles zu zerstören, zu bombardieren, zu schießen, und wir Schwarzen sind für alle, Libyer*innen und Italiener*innen, zur bevorzugten Zielscheibe geworden.“ K. hat trotz seines jungen Alters ziemlich klare Vorstellungen und schäumt fast über; er möchte seine Wut unserem Vermittler gegenüber geradezu ausspucken. Er ist die erste Person die er trifft und die ihn versteht.


Die Spuren der in Libyen erlittenen Folter auf den Schultern von K.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Newsletter Siciliamigrants – Mai 2017

  • Solidarität unter Beschuss: Die Angriffe gegen lebensrettende NGOs auf See
  • Weitere Zurückweisungen, Rasterfahndungen und Abschiebungen. Italien missachtet diejenigen, die Schutz brauchen
  • Weder ein Erinnern, noch eine Identität für die Opfer der Festung Europa
  • News: Kinder geraten in Schiffsnot – Warum staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Mordes gegen die zuständigen Behörden erhoben worden sind. Migrant*innen in Catania: zwei ordnungswidrige Massenunterkünfte
  • Events: In Palermo vorgestellt: der Report „Kriminalisierung der Flucht und der Hilfe für Migrant*innen auf Durchreise“ und der Wegweiser „Welcome to Italy“. In Rom veröffentlicht: der Report „Auf Sicht steuern"
  • Weitere Informationen, Kontakt

Trapani, im Hotspot das stündlich fünf Migrant*innen aufnimmt und das seit Dezember 2015

Today.it – Italien zählt acht Hotspots. Über diese Einrichtungen kommen zehntausende Migrant*innen von Afrika und dem Mittleren Osten nach Europa. Hier werden ihnen die Fingerabdrücke abgenommen und sie werden identifiziert, bevor sie auf die Aufnahmezentren verteilt werden.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Caltanissetta: Der Nespolo in Butera

Die Nachrichten bezüglich der Unauffindbarkeit und der Flucht von tausenden unbegleiteten minderjährigen Migrant*innen sind besorgniserregend. Sie zeigen eine immer schwieriger werdende Lage auf, die von den zuständigen Behörden mit der größtmöglichen Eile begegnet werden sollte. Der kürzlich erschienene Bericht von UNICEF und CNR IRPPS “Verlassen. Geschichten von Minderjährigen, die alleine in Italien angekommen sind“ spricht von 28.223 Minderjährigen, die im Jahr 2016 in Italien angekommen sind – eine Rekordzahl. Von ihnen sind 6.508 Minderjährigen “unauffindbar” geworden (aktualisierte Zahlen vom November 2016). 


Das Erstaufnahmezentrum für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Butera (CL)


Die Toten die helfen Wählerstimmen einzufangen

Der Wahlsonntag ist kaum vorbei, doch die wirklich wichtigen Nachrichten werden unter einer Glasglocke gehalten, um sie bestmöglich zu verstecken. Auch heute, wie bereits seit Jahren, gibt es zahlreiche Tote zu beklagen und man wird Zeuge der Übergabe von über 500 Personen an die lybische Küstenwache. Unter ihnen zahlreiche Kinder und sogar Syrer*innen, deren Ankunft in deutschen und italienischen Städten dank der Verteilungsquoten und der humanitären Korridore noch vor wenigen Monaten bejubelt wurde.


Der Hotspot in der Gegend Imbriacola, auf Lampedusa