siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Unzulässige Unterkünfte für Migrantinnen in Catania – Verstöße gegen Hygienenormen und fehlende Genehmigungen

BlogSicilia.it – Polizeikontrollen in zwei Unterkünften für Migrantinnen in Catania. In den beiden Einrichtungen in der Via Nuovalucello sind minderjährige Mädchen untergebracht. Man wollte überprüfen, ob die Hygienestandards sowie weitere gültige Maßgaben für die Unterbringung von Mädchen eingehalten werden. 

Photo: blogsicilia.it

Dienstag, 23. Mai 2017

Die Geschichte der Adriana, Transfrau in Abschiebehaft in Caltanissetta

Am Tag, an dem Adriana, Transfrau brasilianischer Herkunft, ihren Arbeitsvertrag verlor, wurde sie nach 17 Jahren in Italien zurück in die Illegalität gezwungen. Hier begann ihr persönlicher Leidensweg. Als sie in einer Polizeikontrolle keine Aufenthaltserlaubnis mehr vorlegen konnte, wurde sie sofort in Abschiebehaft nach Brindisi gebracht. Hier hielt man sie über einen Monat (vom 21. Februar bis zum 24. März) in der Männerabteilung fest. 

Samstag, 20. Mai 2017

Ein Meer der Straffreiheit

Am 8. Mai informieren einige Migrant*innen bei ihrer Ankunft in Pozzallo die Behörden, dass mindestens 40 ihrer Mitreisenden auf dem Schlauchboot ertrunken seien.

An den folgenden Tagen wird die Zahl der vermuteten Opfer der zwei Schiffskatastrophen vor der Küste Libyens auf 230 steigen. Am Montag, den 15. Mai erreicht die "Diciotti" der italienischen Küstenwache Trapani mit 484 Migrant*innen und 7 Leichen an Bord.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilt mit: seit Beginn dieses Jahres wurden mehr als 43.000 Migrant*innen im Meer gerettet und bei 1150 liegt die Zahl der Toten und Ertrunkenen, die die europäische Küste nicht erreichen konnten. Diese Zahlen erwecken die Vorstellung von ganzen Ländern, die verschwinden, eine schleichende stumme Katastrophe, über die viele lieber schweigen als die Verantwortlichen dafür zu benennen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Newsletter SICILIAMIGRANTS - April 2017

  • Schlechte Führung, verwehrte Rechte und Ausgrenzung: die größten Übel der sizilianischen Aufnahme 
  • Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht vor einem System “im Ausnahmezustand” 
  • Weiter Anlandungen in Sizilien, während die Verhaftungen und Zurückweisungen weitergehen 
  • Kriminalisierung der Rettungen auf dem Meer: Die NGOs im Auge des Sturms 
  • Gabriele Del Grande wird in der Türkei festgehalten: Der Aufruf von Borderline Sicilia und die Initiativen zur Freilassung 
  • News und Events: Reißt die Mauern ein. In Palermo Protestmarsch gegen Hotspots, das Minniti-Dekret und G7. In Catania findet das Gedenken der schwersten Katastrophe im Mittelmeer statt, um an alle Migrant*innen zu erinnern, die weiterhin im Meer sterben. 
  • Informationen und Kontakt 

Donnerstag, 11. Mai 2017

Samstag, 6. Mai 2017

Ich fange an, Angst um meine Kinder zu haben

Das Minniti-Orlando Dekret, das inzwischen in ein Gesetz umgewandelt wurde, wird in diesen Tagen schon in die Tat umgesetzt. Die Folgen sind: im ganzen Land organisierte Rasterfahndungen, von den Polizeipräsidien durchgeführte Zurückweisungen und Verschleppungen zu den Hotspots. Es sind faschistische Methoden, obwohl die Unterschriften unter dem Gesetz von zwei Politikern stammen, die theoretisch den Faschismus bekämpfen sollten. Die Aktionen dieser Regierung ernähren tagtäglich den Fremdenhass und produzieren Gewalttaten, die sich gegen Migrant*innen richten und deren Anzahl konstant steigt. Parallel dazu steigen auch übertriebene Sicherheitsmaßnahmen, die diese Regierung mit Wohlwollen betrachtet.

Lampedusa: 40 Nigerianer*innen steigen in ein Flugzeug der Gesellschaft  Meridiana ein und werden in ihre Heimat zurückgeschickt


Die Ankunft der „Vos Prudence“ in Catania

Gestern morgen brachte das Schiff Vos Prudence von Ärzte ohne Grenzen im Hafen von Catania die leblosen Körper von weiteren sechs an den Grenzen Europas Getöteten an Land. Fünf davon sind junge Frauen, deren Körper aller Wahrscheinlichkeit nach ungefähr eine Woche im Meer getrieben sind und in internationalen Gewässern, d.h. 42 bis 20 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt, aufgesammelt wurden; bei dem sechsten Toten handelt es sich um einen Mann, die Leiche war von der Vos Hestia, einem Schiff der Organisation Save the Children übergeben worden.

Das Schiff Vos Prudence am Hafen von Catania