siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Dienstag, 7. März 2017

Waisenheim unter freiem Himmel: Unbegleitete minderjährige Geflüchtete auf Sizilien

Laut Innenministerium haben im Jahr 2016 insgesamt 25.846 Minderjährige die italienischen Küsten über den Seeweg erreicht. Sizilien hat im Vergleich zu den anderen Regionen Italiens den größten Anteil von Neuankömmlingen zu bewältigen. Im Rahmen des Qualitätskontrollprogramms der neuen Erstaufnahmezentren besuchte die italienische Kommissarin für Kinder- und Jugendschutz die Städte Catania und Noto. Ihrem insgesamt positiven Urteil steht die harsche Kritik der Organisationen Oxfam und Borderline Sicilia gegenüber.
Ph. Repubblica.it

Donnerstag, 2. März 2017

Um nicht im Schweigen zu verharren

Pozzallo, Augusta, Catania, Lampedusa, Palermo: in Sizilien enden die Seereisen der Geflüchteten aus Libyen. Entlang der Küsten gehen Rettungen, Schiffbruch und Tod in einander über. Geflüchtete sterben in Kühl-LKWs, in denen sie als Waren transportiert wurden, von der Wüste bis zur Küste Libyens, von wo sie vermutlich die Überfahrt nach Italien versucht hätten.

Die, die vor einer Woche überlebten und die Aufmerksamkeit der Medien fanden, sind wenige von Tausenden, die jeden Tag Opfer des Menschenhandels werden. Uns in Italien versuchen die Überlebenden den erlebten Horror zu beschreiben, aber sie bleiben meistens ungehört.
Ankunft der Golfo Azzurro im Hafen von Pozzallo


Sonntag, 19. Februar 2017

Wegen Menschenhandels ins Gefängnis: die vermeintlichen Schleuser*innen

 Dritter Termin des internationalen Projekts Kontroversen in der europäischen Migrationspolitik – Schutzgewährung versus Grenzsicherung (KideM)

Am Montag, dem 27.02.2017 um 16:30 Uhr im Palazzo della Cultura, Via Vittorio Emanuele 121, Catania.

Wie ist es möglich Schutz zu fordern in historischen Zeiten wie diesen, in denen grundlegende Menschen- und Freiheitsrechte mit der europäischen Sicherheitspolitik und Gesetzgebung in Konflikt geraten? Im Rahmen des intereuropäischen Projekts „Kontroversen in der europäischen Migrationspolitik – Schutzgewährung versus Grenzsicherung (KideM)“ veranstaltet Borderline Sicilia und borderline-europe am 27. Februar in Catania ein drittes Treffen. 

Montag, 13. Februar 2017

Newsletter SICILIAMIGRANTI – Januar 2017

  • Polizeiaktionen, Unterdrückung und tägliche Massaker: Europa erhöht weiter die Mauern gegen Geflüchtete.
  • Die Unsichtbaren von Campobello di Mazara: Zwischen Ausbeutung, Verfall und Verwahrlosung.
  • Ost-Sizilien: die Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger in Zeltstädten, Hotspots und außerordentlichen Aufnahmezentren.
  • News: Pozzallo, die Gemeinde nutzte die für die Geflüchteten vorgesehenen Gelder für eigene Zwecke. Von den Arbeiten an der Sporthalle bis hin zu den zu vergütenden Überstunden.
  • Infos und Kontakte

Sonntag, 5. Februar 2017

Messina: Zeltstadt am PalaNebiolo endlich abgebaut. Dreieinhalb Jahre beherbergte man hier Asylsuchende unter erniedrigenden Bedingungen

Quelle: stampalibera.it

Dreieinhalb Jahre nach seiner Umwandlung zum Zentrum der schlechten Aufnahme für Asylsuchende aus Ländern, die von Krieg, Notständen und Umweltverbrechen gezeichnet sind, findet das am nördlichen Stadtrand, in der sogenannten Conca d’Oro dell‘Annunziata gelegene Sportzentrum PalaNebiolo der Universität Messina nun vielleicht wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück: ein Spielfeld für Baseballkurse am Fuße des Peloritanischen Gebirges.

Freitag, 3. Februar 2017

Rasterfahndungen und Abkommen mit Libyen: die Manöver von Italien und EU zur Immigration sind immer beunruhigender

Pressemitteilung. Die Organisation Borderline Sicilia drückt ihre tiefe Beunruhigung über das heute in Malta unterzeichnete Abkommen von Italien und Libyen und das am vergangenen 26. Januar an die italienischen Polizeipräsidien verschickte Telegramm des Präfekten Pinto aus, welches das Auffinden von sich illegal in Italien aufhaltenden nigerianischen Staatsangehörigen anordnet, mit dem Ziel, sie in den CIE* festzuhalten und abzuschieben. Demnach ist es nicht nur der Illegalitätsstatus, der das Kriterium einer solchen Vorgehensweise vorgibt, sondern seine Verknüpfung mit einer spezifischen Nationalität.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Besuche im Zeltlager von Pian del Lago

Im Monat Januar haben wir zwei Mal das Zeltlager in Pian del Lago, bei Caltanissetta, zusammen mit den Mitarbeiter*innen von Oxfam besucht, im Rahmen des Projekts OpenEurope. Die Räumung des Lagers einige Tage vor Weihnachten war in allen Printmedien präsent, hat aber so gut wie keine Auswirkungen auf das Leben der Migrant*innen gehabt: Sie lebten davor auf der Straße und dort sind sie immer noch. Sobald die Nachricht aus der Presse verschwand, haben sich etliche von ihnen einfach wieder unter den Autobahnbrücken eingerichtet, wo sie mit Hilfe von halbkaputten Zelten, Pappkartons und Plastikplanen ihre Behelfsunterkünfte wieder aufgebaut haben. Und hier harren sie aus, einem der kältesten Winter der letzten Jahre trotzend.