siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Mittwoch, 8. November 2017

Borderline Sicilia an Bord der Sea Watch 3: der Eingriff der libyschen Küstenwache verursacht Tote und Zurückgewiesene

Pressemitteilung – Gerade eben wurde die Anlandung im Hafen von Pozzallo abgeschlossen, wo heute Mittag gegen 12 Uhr die Sea Watch 3 angelegt hat. An Land erwarteten sie sowohl die Polizei und Carabinieri*, Frontex-Beamt*innen und EASO*, als auch Mitarbeiter*innen der verschiedenen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die in Sizilien tätig sind. Ebenfalls waren Mitarbeiter*innen und Anwält*innen von Borderline Sicilia anwesend.
Die Sea Watch 3 legt in Pozzalo an - Foto: Viola Gastaldi

Samstag, 4. November 2017

Chronik einer schweren Rechtsverletzung im Hotspot von Lampedusa

Pressemitteilung – Trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Fall Khlaifia werden die willkürlichen Verhaftungen fortgesetzt, Massenabschiebungen vorgenommen und das Recht auf Asyl verwehrt. Herr M. ist seit vier Tagen in den Hungerstreik getreten. Seinem Beispiel folgen ca. 200 tunesische Landsleute, die im Hotspot von Lampedusa festgehalten werden. Sie weigern sich etwas zu essen, bis sie ihre Grundrechte wahrnehmen können. Ein Mitstreiter ist vor wenigen Stunden ins Krankenhaus verbracht worden. Das Festhalten der Protestierenden im Hotspot erfolgt ohne jegliche richterliche Bestätigung. Niemand hat ihnen erklärt, auf welchem Wege sie ihr Recht auf Asyl geltend machen können.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Messina: multidisziplinäre Fortbildungsreihe für Mitarbeiter*innen der Aufnahmezentren für erwachsene Asylbewerbende

Die multidisziplinäre Fortbildungsreihe bietet ein komplettes Paket an und baut auf den spezifischen Kompetenzen der Partnerorganisationen des Programms OPENEUROPE auf. Dies dient dazu, die Kenntnisse der Mitarbeiter*innen des Aufnahmesektors für Asylbewerbende auf verschiedenen Gebieten zu erweitern und die Fähigkeit zu erhöhen, auf spezifische Bedürfnisse mit einer ganzheitlichen Herangehensweise einzugehen. Die drei Fortbildungstage werden die Themen der Kulturvermittlung (Oxfam Italia), des Rechts (Borderline Sicilia) und der Psychologie zur Früherkennung schwerer Traumata (MEDU) berühren.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Die Schwierigkeiten der Aufnahme in der Gegend von Trapani

In der letzten Zeit sind viele Hilfsanfragen von Personen, die in verschiedenen Zentren auf Sizilien beherbergt werden, eingegangen; im vergangenen Monat aber haben sich die Anfragen besonders auf die Gegend von Trapani konzentriert. Wir denken, dass dies verschiedenen Faktoren geschuldet ist: Vor allem aufgrund einer neuen Ausschreibung zur Betreiberschaft der Zentren, die Fahrt aufgenommen hat, mit Bewerber*innen, die erst seit kurzem in der Landschaft des Aufnahmegeschäfts aufgetaucht sind und Kooperativen, die versucht haben, ihren eigenen Aktionsradius zu erweitern, indem sie mehrere Einrichtungen gleichzeitig verwalten (CAS*, aber auch Zentren für Minderjährige oder SPRAR*).

Junge Migrant*innen im CAS Essarasya - San Miceli (TP)

Montag, 23. Oktober 2017

Die Europäische Union bestätigt die Entstehung des Hotspots von Messina: Mitteilung des Ufficio Migrantes*

Auf der Seite der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte wird bekannt gegeben, dass am 24. Oktober in Messina in den Räumen des neu eingerichteten Hotspots („newly established hotspot“) ein Workshop zur Europäischen Charta der Grundrechte stattfindet, der sich an zahlreiche Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Institutionen und Organisationen wendet.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Das Chaos regiert während die Migrant*innen sterben

Der Kampf gegen die Migrant*innen fordert immer mehr Opfer, ohne Unterbrechung. Die Opfer werden immer jünger und sind das Resultat einer europäischen Politik, die sich immer weiter abschottet. Ein Europa der ewigen Angst vor Belagerung, welches das Leben von Menschen in eine Hölle verwandelt. So auch das der 606 Personen, die am vergangenen Freitag auf dem Schiff von SOS Mediterranee eingetroffen sind, welches von allen Zeitungen inzwischen das Schiff der Kinder genannt wird. 

Das Schiff von SOS Mediterranee im Hafen von Palermo

Montag, 9. Oktober 2017

Niemand soll es wissen

Beim letzten Gipfeltreffen in Paris haben die Vertreter*innen Frankreichs, Italiens, Deutschlands, Spaniens und der Institutionen der europäischen Union ihr gemeinsames Vorgehen bestätigt. Ihre Strategie sieht die Kooperation mit diktatorischen Staaten vor. Auf diese Art werden sie zu einer Art Geldautomat für die blutrünstigen Milizen, deren Aufgabe es ist, und zunehmend sein wird, die Überfahrten zu verhindern, koste es, was es wolle. Wichtig ist, nichts von dem durchsickern zu lassen, was in Afrika geschieht. Daran haben sich Minniti und die italienische Regierung die Hände schmutzig gemacht. Indiskrete Beobachter*innen wurden beiseite geräumt und so wurden die Boote der humanitären Hilfsorganisationen als unerwünschte Zeug*innen aus dem Mittelmeer entfernt.

Abgewiesene Asylsuchende aus Tunesien am Bahnhof in Palermo