siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Dienstag, 20. September 2016

Vom Meer auf die Felder, Migrant*innen laufen durch unsere Städte laufen

Was haben eine junge Frau aus Ghana, ein Herr mittleren Alters aus Nigeria und ein starker, großer, junger Mann aus dem Senegal gemeinsam? Die Hautfarbe zweifelsohne zuerst, aber auch die Gewalt und die Ausbeutung, unter denen sie alle gelitten haben und die Tatsache, dass sie von unseren Gesetzen getötet wurden.
Unser System hat sich dafür entschieden, die Migrant*innen zu opfern, um sich selbst zu erhalten; Es hat sich entschieden, die zu ächten, die versuchen, aus der Asche, die wir in ihren Herkunftsländern hinterlassen haben, wiederaufzuerstehen; Jungen und Mädchen zu verdammen, die ständig vom Tod begleitet werden, der oft leider die Oberhand gewinnt.

Ankunft in Palermo – Foto von. Alberto Biondo

Freitag, 16. September 2016

Newsletter SICILIAMIGRANTI – August 2016

Militarisierung und Desorganisation: Mängel und Verzögerungen bei den Ankünften zu Lasten der Migrant*innen
Aufnahme der Toten, Zurückweisung der Lebenden
Isolation, Misstrauen und Gewalt: Erhebliche Mängel bei der Aufnahme minderjähriger Geflüchteter
Asylsuchende und minderjährige Geflüchtete in der Falle zwischen neuen und alten außerordentlichen Aufnahmezentren
Infos und Kontakt

EIN PARTISAN ERZÄHLTE MIR… Crowdfunding für das neue Buch von Gabriele del Grande

Liebe "Produzent*innen „dal basso“, von unten"*  von «Io sto con la sposa» - »An der Seite der Braut»,

Ich, Gabriele del Grande, wende mich von neuem an euch. Vor zwei Jahren haben wir zusammen dieses kulturelle und politische Abenteuer möglich gemacht, das unsere eigene Geschichte und die Erfahrung von Hunderttausenden von Zuschauer*innen in 53 Ländern geprägt hat.  
Wer mich kennt, der weiß, wie viele Male ich seither in Erwägung gezogen habe, mich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, denn die Anstrengung ist groß, immer wieder bei null zu beginnen.
Die Attentate in Europa ließen mich meine Meinung ändern. Weil ich Bescheid wusste.

Dienstag, 13. September 2016

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete: Ihre Aufnahme bleibt eine Herausforderung

New guys arrive but their problems are not over”, so der Kommentar einiger Personen zu der Ankunft weiterer Migrant*innen vor dem Hotspot von Pozzallo. „Es sind weitere Leute angekommen, aber ihre Probleme sind noch nicht zu Ende“. Gestern sind nochmals 286 Migrant*innen am Hafen angekommen, unter ihnen ca. 20 unbegleitete Minderjährige. Kids im Alter von 15, 16, 17 Jahren aber auch jüngere 13jährige sind dabei, wie die jungen Migrant*innen mit denen wir gerade sprechen wollen. Letzten Donnerstag hat eine Delegation der OSZE (Organisation für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) den Hotspot von Pozzallo besucht, nachdem sie das Aufnahmezentrum in Mineo besucht hatte. In den Tagen zuvor hatten wir eine große Anzahl Verlegungen vom Hotspot in die umliegenden Zentren beobachtet. Unter den verlegten Migrant*innen waren auch etliche unbegleitete Minderjährige, die demzufolge während des offiziellen Besuchs nicht im Hotspot waren.

Donnerstag, 8. September 2016

Täglich verschwinden 28 Kinder aus dem italienischen Aufnahmesystem


Die Zahl von Kindern und unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht, die dieses Jahr auf dem Weg über Italien Europa erreicht haben, hat sich verdoppelt. Sie treffen hier jedoch auf ein Aufnahmesystem, dem es nicht gelingt, ihnen die nötige Hilfe zu geben. Diesen Zustand will der neue, heute veröffentlichte Rapport von Oxfam „Große Hoffnungen die ins Leere laufen“ , aufdecken.

Montag, 5. September 2016

Neue Landungsverfahrensweisen oder das komplette Durcheinander? Die „verzögerter Landung“ in Messina ist kein Einzelfall

In aleis strenua – in pugna invicta”, „Entschlossen in der Risikobereitschaft, unbesiegbar in den Kämpfen“ Das ist das Motto der mächtigen Virginio Fasan (F591), einer Fregatte der Militärmarine, deren unüblicher und verlängerter Aufenthalt im Hafen von Messina die Neugier der Passanten geweckt hat und die Zweifel der örtlichen Aktivist*innen nach sich gezogen hat. Diese Bedenken wurden in der Pressemitteilung der PRC* von Messina ausgedrückt. Diese hat wiederum dazu geführt, dass wir gerade noch rechtzeitig angekommen sind, um den letzten Akt der Landung mitzuerleben, die die längste und anstrengendste der letzten Zeit geworden ist. Die letzte Gruppe Migrant*innen, ca. 150 von insgesamt 1159 Personen, durfte erst gegen 21:00 Uhr am Donnerstag, den 1. September, das Schiff verlassen, also mehr als 48 Stunden nachdem die Landungsaktion am späten Nachmittag des Dienstags, den 30. August, angefangen hatte.

Freitag, 2. September 2016

Krieg gegen Migrant*innen: Landung in Palermo

Am 31. August 2016 sind 1169 Personen im Hafen von Palermo gelandet. Den vom Schiff Giuseppe Garibaldi der italienischen Marine geretteten Migrant*innen sei eine "militärische" Behandlung zuteil geworden, hätte sich doch ein Mitglied der Besatzung über die "Invasion auf seinem Schiff" beklagt - denn die eigentliche Bestimmung der Garibaldi ist die Verteidigung der Außengrenzen des italienischen Territoriums und die Überwachung der Sicherheit im Lande. Das sagt einiges aus über die Atmosphäre an Bord und über die Einstellung gegenüber den geretteten Migrant*innen.

Das Schiff Garibaldi im Hafen von Palermo – Photo: Alberto Biondo